Gesellschaft für Artilleriekunde

Idar-Oberstein

 

Teil 3: 

Die Bundeswehr

- Lehrtruppe und andere Dienststellen -

           
Warum fiel bei der Suche nach einem Standort für die neue Artillerieschule die Wahl auf Idar-Oberstein? Jüterbog zum Beispiel, ca. 60 km südlich von Berlin gelegen und seit 1890 Standort einer der Artillerieschulen des Heeres, befand sich nach der deutschen Teilung im kommunistischen Machtbereich. Viele Kasernenanlagen der ehemaligen Wehrmacht und vor allem die Truppenübungsplätze wurden nach 1945 durch alliierte Besatzungskräfte genutzt. Bis zur Übernahme der Leitung dieser Truppenübungsplätze durch die Bundeswehr gestaltete sich die Mitnutzung durch deutsche Verbände zumeist schwierig. Gesucht wurde also ein Standort mit ausreichender Infrastruktur, sowohl für Artillerieschule als auch Lehrtruppe, in der Nähe eines Truppenübungsplatzes, der auch für Artillerieschießen geeignet war und durch die Bundeswehr mitgenutzt werden konnte. Idar-Oberstein, ein ehemaligen Artilleriestandort, in unmittelbarer Nähe zum Truppenübungsplatz Baumholder gelegen, beheimatete bereits von 1945 bis 1952 die französische Artillerieschule und bot sich somit für eine Stationierung an.

Und auch wenn Idar-Oberstein als Bundeswehr-Standort heute vorrangig mit der Artillerieschule in Verbindung gebracht wird, so waren die ersten deutschen Soldaten nach dem 2. Weltkrieg in der Edelsteinstadt Angehörige des Artillerielehrbataillons, des ersten Artilleriebataillons der Bundeswehr. Am Dienstag, den 03.04.1956 meldeten sich die ersten drei einberufenen Soldaten des Lehrverbandes bei der französischen Wache der Klotzbergkaserne (damals noch Quartier Jeanne d’Arc) und wurden zunächst nicht eingelassen. Nach und nach trafen weitere Einberufene ein, verschafften sich Zugang zur Liegenschaft und begannen zunächst mit der Möblierung der kargen Unterkünfte. „Aus dem Nichts“ gestaltete sich der Aufbau der neuen Artillerietruppe allerdings schwierig. In den ersten Wochen noch ohne Großgerät wurden zunächst Stab und Kader der zukünftigen Batterien des Bataillons aufgestellt. Man betrieb „grüne Ausbildung und Formaldienst“. Die von Beginn an „lehrmäßig“ geführte Bataillionschronik des Artillerielehrbataillons gibt Auskunft über die widrigen Umstände der Neuaufstellung, den ständigen Zwang zur Improvisation aber auch den Enthusiasmus der ersten Artilleristen beim Aufbau ihrer neuen Truppengattung.

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