Gesellschaft für Artilleriekunde

Idar-Oberstein

 

 

Teil 2:

Die Alliierten

   1. Die Franzosen

   2. Die Amerikaner

in Idar-Oberstein

-von Besatzern zu Partnern und Freunden-

1. Französische Besatzungszeit

 Mit Einzug der US Armee am 19./20.03.1945 endete für die Bevölkerung Idar-Obersteins der Zweite Weltkrieg und eine Zeit ständiger Bedrohung, vor allem durch die Handlungen nationalsozialistischer „Endsieg-Fanatiker“ und alliierter Luftangriffe. Gleichzeitig begann die Besatzungszeit, die für Teile der Bevölkerung neues Leid bedeutete. Wohnungen und Sachgüter wurden beschlagnahmt, die Verwaltung quasi stillgelegt. An einen Neuanfang im politischen Leben war zunächst nicht zu denken. Für einen kurzen Moment rückte Idar-Oberstein in das Zentrum amerikanische Militärgeschichte. General George S. Patton, Befehlshaber der 3. US Armee, bezog mit seinem Stab im Zeitraum 27.03. – 03.04.1945 in der Klotzbergkaserne Quartier. Nach Verlegung seines Gefechtsstandes nach Hanau wurden noch im April die Idar-Obersteiner Kasernenanlagen durch die Amerikaner zur Plünderung freigegeben.

Einhergehend mit der Besetzung rollten erste Verhaftungswellen durch das Land. Menschen, die sich in der NS-Zeit schuldig gemacht hatten, aber auch Mitläufer oder schlichtweg von anderen Denunzierte wurden in der Straßburg-Kaserne , in der im Mai 1945 durch US Pioniere (381st Engineer Combat Battalion) ein Internierungslager eingerichtet worden war, festgesetzt. Mit bis zu 4000 Internierten war die Straßburg-Kaserne hoffnungslos überbelegt. In überlieferten Zeitzeugenberichten werden schreckliche Zustände geschildert. Erst 1946 wurde das Internierungslager geschlossen und nach Diez verlegt. Im Sommer 1945 erscheinen plötzlich einige sowjetische Offiziere im Stadtgebiet. Sie besetzen die sog. „Villa Purper“. Nach einigen Wochen endete diese Episode. Die Sowjetflagge wurde eingeholt, die Offiziere zogen ab.

Bereits im Juli 1945 begannen die Amerikaner, die Region, jetzt Teil der französischen Besatzungszone, zu räumen und an die französische Armee zu übergeben. Mit Einzug der Franzosen verschlechterte sich die Situation der Bevölkerung zunächst weiter. Verfügten die US Truppen über eine gut funktionierende Logistik, so mussten sich die französischen Verbände anfangs „aus dem Umland versorgen“. Neue Requirierungen, vor allem von Wohnungen und knappen Lebensmitteln, folgten.

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