Gesellschaft für Artilleriekunde

Idar-Oberstein

 

  Die Bevölkerung bereitete „ihren Soldaten“ mit Jubel und geschmückten Straßen einen überaus freundlichen Empfang. Die zuerst fertig gestellte Artillerie- Kaserne in Algenrodt wurde an die III. Abteilung Artillerie-Regiment 34 übergeben. Da das ArtRgt 34 die Tradition des ehemaligen 2. Ober- Elsässischen Feldartillerie- Regiments Nr. 51 (STRASSBURG) pflegte, wurde die Artillerie- Kaserne noch 1938 in „Straßburg-Kaserne“ umbenannt.

Bild 2 Einzug III ArtRgt 34 in Idar-Oberstein

Einzug III. ArtRgt 34 in IDAR-OBERSTEIN

Am 23.September konnte auch die Klotzberg-Kaserne, obwohl noch nicht gänzlich fertiggestellt, an das Infanterieregiment 107 übergeben werden. Generalmajor Strecker, der Infanteriekommandeur 34, zugleich Standortältester, bezog das „Haus Purper“ („Purpers Schlösschen“), eine repräsentative Gründerzeitvilla im Zentrum Idar-Obersteins, in der heute das Deutsche Edelsteinmuseum beheimatet ist. Die zuvor genannten Dienststellen/Verbände gehörten zur 34. Infanteriedivision im Wehrkreis XII. In der Hohl-Kaserne wurden Stab und eine Batterie der II. Abteilung Festungs- Flakregiment 32, ein Verband der Luftwaffe, stationiert.

Als III./ ArtRgt 34 und InfRgt 107 im September 1939 mit beginnendem 2. Weltkrieg nach ihrer Mobilmachung den Standort verließen, wurden die Kasernen durch verschiedene Ersatztruppenteile weiter genutzt; u. a. waren in Idar-Oberstein stationiert:

Sanitäts- Staffel (Klotzberg- Kaserne)

Luftwaffen- Sanitäts- Staffel (Kaserne "Auf der Hohl")

Infanterie- Ersatz-Bataillon 107, später Reserve- Grenadier- Bataillon 107

Grenz- Infanterie- Ersatz- Bataillon 125

Grenz- Infanterie- Ersatz-Bataillon 127

Grenz- Infanterie- Ersatz-Bataillon 129

Infanterie- Ersatz- Regiment 263

Infanterie- Ersatz- Bataillon 463

Infanterie- Ersatz- Bataillon 483

Wehrkreis- Unterführer- Lehrgang XII, später Kampfgruppe 15/XII

Darüber hinaus wurden die Kasernen teilweise mit französischen und russischen Kriegsgefangenen belegt.

Im Zweiten Weltkrieg wurden etliche der Idar-Obersteiner Betriebe, vor allem metallverarbeitende, in die Rüstungswirtschaft eingebunden. So wurden u. a. Kochgeschirre, Koppelschlösser, Orden und Ehrenzeichen in großen Mengen durch städtische Betriebe produziert. Dieser Umstand sowie die beschriebenen militärischen Anlagen mögen Gründe dafür gewesen sein, dass Idar-Oberstein 1944/45 mehrfach Bombenangriffen ausgesetzt gewesen ist, denen insgesamt ca. 50 Einwohner zum Opfer fielen. Der Zweite Weltkrieg und damit die Stationierung von Wehrmachtstruppenteilen endeten für Idar-Oberstein am 20.03.1945, als amerikanische Truppen kampflos die Stadt besetzten. Unmittelbar zuvor hatten abrückende Wehrmachtsverbände noch sämtliche Nahebrücken im Stadtgebiet gesprengt. Und obwohl Idar-Oberstein von Kampfhandlungen und damit weiteren Zerstörungen verschont blieb, endete das Dritte Reich auch für diese Stadt in einer Katastrophe. Mehr als 2200 Bürger Idar-Obersteins, rund ein Sechstel der männlichen Bevölkerung, fielen im Zweiten Weltkrieg, verstarben in Gefangenschaft oder gelten seit Kriegsende als vermisst.

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