Gesellschaft für Artilleriekunde

Idar-Oberstein

 

Die Aufstellung der Artillerieschule, deren Bezeichnung bis 01.07.1957 noch „Truppenschule Artillerie“ lautete, muss sich aus heutiger Sicht explosionsartig vollzogen haben. Im Wochen-/Monatstakt wurden neue Organisationselemente aufgestellt. Neues, zumeist amerikanisches Gerät wurde ununterbrochen zugeführt.


Begutachtung von neuem Gerät durch Angehörige der Artillerieschule (ca. 1957)

Die Lehrtruppe wuchs, wie bereits beschrieben, in gleichem Maße. Nachdem die Dachböden der Gebäude der Klotzberg-Kaserne zu Lehrsälen und Unterkunftsräumen ausgebaut und 35 Feldhäuser auf dem General-Bleidorn-Platz errichtet waren, mussten verschiedene Elemente der Artillerieschule in anderen Liegenschaften ausgelagert werden. Die Artillerie-Unteroffizier-Lehrbatterie z.B. in das Lager Wilhelmswald in Baumholder, Teile des Materials wurden in der Hohl-Kaserne gelagert. Der Spezialstab ATV (Auswertung, Truppenversuche, Vorschriften, Vorläufer des Bereichs Weiterentwicklung) bezog ein Quartier in der Innenstadt (Hauptstraße 196). Kasernenpflichtiges Stammpersonal wurde im Soldatenheim einquartiert. Zur Unterbringung von Lehtgangsteilnehmern (Offizieren und Unteroffizieren) wurden in der Stadt die Hotels Kessel, Schützenhof und Schwan als "amtliche Unterkünfte" angemietet. Das Schlafen in "Doppelbetten" mußte dabei in Kauf genommen werden! Zur "Dienstaufsicht" wie Stubendurchgänge usw. wurden Dienstfahrten der Inspektions- und Hörsaalfeldwebel erforderlich. Auch der Bau der beiden Garnisonskirchen fiel in diese Zeit. 2014 blickten beide Kirchen auf ihr 50-jähriges Bestehen zurück.

Bereits Ende der 1950er, Anfang der 1960er Jahre entstanden Siedlungen für Soldatenfamilien Auf dem Bilzacker, Am Rilchenberg, in der Bismarckstrasse und mehr. Bis zu deren Fertigstellung waren Zwischenumzüge nach Baumholder erforderlich.

  Alle diese Maßnahmen waren nicht ausreichend, um der Platznot Herr zu werden. Schon 1956 wurden Forderungen nach einem Kasernenneubau in Idar-Oberstein erhoben. Es sollten jedoch noch rund 8 Jahre vergehen, bevor sich der Rilchenberg in eine der größten Baustellen der Region verwandelte.

1964 wurde dann mit dem Bau der neuen Artillerieschule auf dem Rilchenberg, der zuvor als Standortübungsplatz genutzt worden war, begonnen. Gleichzeitig wurde die Umgehungsstraße nach Baumholder realisiert. Bis zu ihrer Fertigstellung bewegten sich täglich Einheiten der Artillerieschule und des Lehrregiments auf Einbahnstraßen durch die Innenstadt Idar-Obersteins, denn es gab zu dieser Zeit noch keine Naheüberbauung. Der Bau auf dem Rilchenberg selbst führte zu weiteren „Verdrängungseffekten“. Da nur noch Teile des Standortübungsplatzes Rilchenberg für die Ausbildung genutzt werden konnten, musste z.B. die praktische Feuerleitausbildung (in Form von Artillerie-Kleinkaliber-Schießen) auf das Gutsgelände um den „Fischerhof“ verlagert werden.

 1966 war es dann soweit. Zum zehn-jährigen Bestehen der Artillerie-schule wurde Richtfest für die ersten beiden Bauabschnitte der Rilchenberg-Kaserne gefeiert und gleichzeitig der erste Spatenstich für den dritten Bauabschnitt vollzogen. Die Namensfindung der neuen Artillerieschule erfolgte in Form eines Ideenwettbewerbes, an dem sich die Dienstgrade der Truppenschule rege beteiligten:

Vorschlag Hptm S. (InChef): „ Bei der Namensgebung für die Artillerieschule halte ich es für zweckmäßig an alten Flur- und Gewannenbezeichnungen festzuhalten...Meine Vorschläge lauten deshalb: 1.) Morgensonn-Kaserne 2.) Kaserne am Herzborn oder Herzborn-Kaserne. Die vorgeschlagenen Bezeichnungen haben sogar einen tieferen Sinn. Wie oft haben in den verflossenen Kriegen die Feuerschläge der Artillerie im ersten Licht der aufgehenden Sonne eingesetzt. Auch ist die Artillerieschule der Born aller Artilleristen. Rot ist die Farbe der Artillerie, rot ist auch die Farbe des Herzens in der Heraldik…

Es wurde dann auch eine Geländebezeichnung, aber eine andere

-Rilchenberg-

ausgewählt.

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