Gesellschaft für Artilleriekunde

Idar-Oberstein

 

1957 schlug auch die Geburtsstunde der Aufklärenden Artillerie in Idar-Oberstein. Im Februar diesen Jahres wurde in der Hohlkaserne die Beobachtungslehrbatterie 373 aufgestellt. Diese Batterie verfügte über Schallmess-, Lichtmess-, Radar- und Vermessungsteileinheiten. 10 Jahre später wurden die Schall- und Lichtmesszüge zu selbständige Batterien umstrukturiert und in der  Rilchenbergkaserne einquartiert. Ein Wetterzug wurde aufgestellt. 1970 wurden die verschiedenen Aufklärungsbatterien schließlich zum Beobachtungslehrbataillon 5 zusammengefasst. Manchem dürfte heute unbekannt sein, dass 1. und 4. Batterie des Bataillons von 1970 bis 1973 in Birkenfeld stationiert waren. 1972 führte die genannte 4./Beobachtungsbataillon 5 den ersten Drohnenflug (CL 89) auf dem Truppenübungsplatz BERGEN durch. 1979 wurde das Bataillon in Beobachtungsbataillon 53 umbenannt, bevor es 1980 seine endgültige Bezeichnung, Beobachtunsartillerielehrbataillon 53 erhielt.         

Zunächst Heeresamt/Artillerieschule unmittelbar unterstellt, wurde 1979 eine weitere Drohnenbatterie in Idar-Oberstein aufgestellt. Die Drohnenbatterie CL 289 (Truppenversuch), seit 1985 Drohnenlehrbatterie 300, führte die Erprobung bis zur Abnahme des Systems Drohne CL 289 von 1980 bis 1986 durch. Dieser Zeitraum umfasste auch eine fast dreijährige Erprobungsphase in den USA (YUMA/Arizona). Es folgten Kaderausbildungen, Lehreinsätze weitere Erprobungen und schließlich der Unterstellungswechsel zu Artillerielehrregiment 5 im Jahr 1993. Die „Drohneure“ gehörten Ende der 1990er Jahre zu den ersten Artilleristen, die geschlossen an Auslandseinsätzen der Bundeswehr teilnahmen (hier SFOR in Bosnien-Herzegowina).

Und die Raketenartillerie? Sie war zunächst in Idar-Oberstein kaum „gefordert“. Gab es doch eine eigene Raketenschule des Heeres (später: Raketenschule der Artillerie), aufgestellt in Köln-Longerich, später in Eschweiler und schließlich in Geilenkirchen stationiert. Mit Auflösung der Raketenschule und Eingliederung in die Artillerieschule als Lehrgruppe B im September 1981 wurde auch die Zuverlegung entsprechender Lehrtruppe notwendig. Teile des in Gießen stationierten Raketenartilleriebataillon 52, wurden Panzerartillerielehrbataillon 345 unterstellt und 1981 nach Kusel verlegt. Um die Ausbildung am Raketensystem LANCE zu ermöglichen, wurde darüber hinaus im gleichen Jahr die 5./Raketenartilleriebataillon 150 (mit Einnahme der Artilleriestruktur 85: 4./Raketenartilleriebataillon 250) dem Artillerielehrregiment 5 als LANCE-Lehrbatterie unterstellt und nach Idar-Oberstein verlegt. Das Raketenartillerielehrbataillon 52 wurde später am Standort Hermeskeil wieder zusammengeführt.

Die Aufzählung der Lehrtruppe wäre unvollständig, wenn nicht auch die Topographietruppe bzw. der Militärgeographische Dienst Erwähnung finden würde. Bereits 1957 wurde mit Aufstellung der Topographielehrbatterie 700, zuletzt Topographielehrbatterie 900 in der Klotzbergkaserne dafür der Grundstein gelegt. Die Ausbildung MilGeoWesen fand seit Aufstellung der Artillerieschule ebenfalls in Idar-Oberstein statt. Auch dann noch, als die Topographietruppe aus der Artillerie ausgegliedert und zu einer eigenen Truppengattung umstrukturiert wurde. Noch heute liefert der Aerologische Messzug Idar-Oberstein, der 1959 als Ballistischer Wetterzug III. Korps aufgestellt wurde, die für den Ausbildungsbetrieb in Idar-Oberstein und Baumholder erforderlichen Wetterdaten.

Erst 1959 wurde durch das Truppenamt (Vorläufer Heeresamt) die Aufstellung des Artillerielehrregiments befohlen. Dieses führte die unterstellten Lehrverbände und koordinierte den ständig steigenden Abstellungsbedarf für die Artillerieschule. Mit Einnahme der Heeresstruktur 4 am 01.10.1981 fusionierten Artillerielehrregiment sowie das 1956 aufgestellte Artillerieregiment 5 in Diez/Lahn. Genauer: das Artillerielehrregiment wurde aufgelöst und das Artillerieregiment 5 unter gleichzeitiger Umbenennung in Artillerielehrregiment 5 nach Idar-Oberstein verlegt. Fortan hatte das Artillerielehrregiment 5, dessen Stab 1981 in die Hohlkaserne verlegt wurde, nicht nur den Lehrbetrieb für die Artillerieschule sicherzustellen sondern auch die 5. Panzerdivision in Einsatz und Übung artilleristisch zu unterstützen. Ein Aufgabenspektrum, welches dem Regiment und den unterstellten Verbänden oftmals „Unmögliches“ abverlangte. Um die besonderen Verdienste des Regiments zu würdigen und die enge Verbundenheit zu Stadt und Region zu bekräftigen, wurde dem  Artillerielehrregiment 5 am 18.07.1996 der Traditionsname „HUNSRÜCK“ verliehen.

 

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