Gesellschaft für Artilleriekunde

Idar-Oberstein

 

 

Teil 1:

Die Wehrmacht

 

 Nach der Stationierung von Truppenteilen der Wehrmacht im Rheinland ab 7. März 1936, hielt zunächst ein Heeres-Neubauamt in Idar-Oberstein Einzug. Die Stadt selbst bemühte sich aktiv, die Zustationierung von Truppenteilen zu erwirken; mit Erfolg. Noch 1936 wurde Idar-Oberstein beauftragt, zusätzlich zu der verfügbaren Hohl-Kaserne, Flächen für den Bau zweier neuer Kasernen auszuweisen. Die Kasernen sollten folgende Dienststellen aufnehmen: einen General mit Stab, ein Infanterieregiment mit Stab und zwei Bataillonen, eine Artillerieabteilung mit Stab sowie eine Flakabteilung mit Stab. Idar-Oberstein meldete daraufhin Möglichkeiten zum Bau je einer Kaserne auf dem Klotzberg, einem Höhenrücken am westlichen Stadtrand, sowie im Stadtteil Algenrodt

 Ein Grund für die Entscheidung, Idar-Oberstein zur Garnisonsstadt auszubauen, mag auch die unmittelbare Nähe zu Baumholder gewesen sein. Bei Baumholder wurde von 1936 bis 1938, nachdem 14 Gemeinden geräumt und ca. 4000 Einwohner zwangsumgesiedelt worden waren, ein ca. 11.000 ha großer Truppenübungsplatz angelegt. Dieser war mit modernsten Ausbildungsanlagen, z. B. zur Zieldarstellung, ausgestattet und bot optimale Ausbildungsmöglichkeiten, auch für Artillerie-verbände.

Im Januar 1937 erfolgte der erste Spatenstich zum Bau der „Artillerie-Kaserne“ in Algenrodt sowie der Kaserne „Auf Klotz“, später „Klotzberg-Kaserne“. Die Baustellen nahmen für hiesige Verhältnisse gewaltige Ausmaße an. Vor dem Bau der Klotzberg- Kaserne wurde die gesamte Kuppe des Höhenrückens um bis zu 14 Meter abgetragen. Von der Stadt wurde eine Schneise durch den angrenzenden Dietzenwald geschlagen, um eine Rampe mit Aufzug zur Baustelle der Klotzberg- Kaserne anzulegen, da es keine geeigneten Straßen dorthin gab. Bis zu 1200 Menschen arbeiteten in drei Schichten an den Kasernenbauten. Da viele der Arbeiter aus der Umgebung stammten und mit dem Kasernenbau auch der Wohnungs- und Straßenbau in Idar-Oberstein forciert wurde, erlebte die Stadt im Zuge der Baumaßnahmen einen spürbaren wirtschaftlichen Aufschwung. Dienstleistungen für die Garnison sowie die „Kaufkraft“ der zustationierten Soldaten und deren Angehörigen belebten diesen Aufschwung später zusätzlich. Die Baukosten für Klotzberg und Straßburg-Kaserne beliefen sich 1938 auf über 40 Millionen Reichsmark (entspricht einem heutigen Wert von über 200 Millionen Euro).

Bild  Bauleiter Skizze Klotzberg Kaserne

Bauleiterskizze der Klotzberg-Kaserne

Bereits 15 Monate nach Baubeginn hielt die Wehrmacht, genauer: die Artillerie, in Idar-Oberstein Einzug. Landrat und Oberbürgermeister nebst „Honoratioren“ begrüßten am 30. April 1938, die einziehenden Soldaten vor den Toren der Stadt.

Dieses Datum markiert somit den Beginn der Garnisonsgeschichte Idar-Obersteins.

30. April 1938 

Oberbürgermeister Berger begrüßt Oberstleutnant Zutavern,Kdr III. ArtRgt 34

vor den Toren der Stadt

 

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